Fraktionen warnen vor höheren Grund- und Gewerbesteuern in den Gemeinden des Amtes

Osterrönfeld. Die größte Gemeinde im Amt Eiderkanal lehnt den geplanten Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes ab. Alle Vertreter Osterrönfelds stimmten im Amtsausschuss gestern
(16. März) gegen den Plan, die bestehenden Verwaltungsgebäude in Osterrönfeld und Schacht-Audorf durch einen Neubau an einem zentralen Standort im Amtsgebiet zu ersetzen.


Architekten haben für den Neubau bereits eine detaillierte Berechnung mit einer Bruttogrundfläche von 3700 Quadratmetern erstellt. Für das Großvorhaben soll nun ein rund 5.500 Quadratmeter großes Grundstück im Amtsgebiet gesucht und angekauft werden. Kostenschätzungen wurden nicht genannt. Bereits in dieser Woche berät die Gemeindevertretung Schacht-Audorf über ein Grundstück, das sie dem Amt anbieten will.

„Experten schätzen den Finanzbedarf für das Großprojekt auf mindestens zwölf Millionen Euro, wenn das man reicht,“ sagt Christian Hauck, Fraktionsvorsitzender der Osterrönfelder FWO/SPD-Fraktion und kritisiert die Dimensionen. Vorgesehen sind im wesentlichen Einzelbüros, darunter Arbeitsräume für den ehrenamtlichen Amtsvorsteher und den leitenden Verwaltungsbeamten, die mit je 30 Quadratmetern größer geplant sind als die Zimmer für die Chefs oberster Landesbehörden.

„So ein Projekt ist den Bürgern im Amt Eiderkanal nicht vermittelbar, gerade im Hinblick der rasch voranschreitenden Digitalisierung von Verwaltungsleistungen“ so Sven Bareiß, Fraktionsvorsitzender der Osterrönfelder Wählergemeinschaft. Der OWG-Vorsitzende befürchtet, dass die Finanzierung über die Amtsumlage zu Erhöhungen der Grund- und Gewerbesteuern in Mitgliedsgemeinden des Amtes führen wird. Bareiß ist auch Vorsitzender des Finanzausschusses in Osterrönfeld.

„So ein Millionen-Vorhaben passt nicht in die Zeit,“ sagt Britta Röschmann, Vorsitzende der CDU/FDP-Fraktion. Digitalisierung, Home Office oder Teilzeitmodelle veränderten die Arbeitswelt und damit auch den Bedarf an Büroflächen. Röschmann sprach sich dafür aus, zusätzlichen Raumbedarf des Amtes durch Ertüchtigung und Ausbau des Amtsgebäudes in der Osterrönfelder Schulstraße zu decken. „Der Anbau des Verwaltungsgebäudes ist seinerzeit extra so geplant worden, dass er bei Bedarf aufgestockt werden kann,“ erklärt dazu Osterrönfelds Bürgermeister Hans-Georg Volquardts.


Prof. Dr. Christian         Hauck Sven Bareiß         Britta Röschmann
FWO/SPD-Fraktion          OWG-Fraktion               CDU/FDP-Fraktion